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cape town. world design capital 2014.

cape town. world design capital 2014.
6. Januar 2014 Caroline
World Design Capital 2014

Bäm, das Jahr geht los mit einem großem Knall und der heißt dieses Jahr: Kapstadt ist World Design Capital 2014! Was ich schon lange wusste (hehe) ist nun also ganz offiziell und ich muss sagen, ich freue mich wahnsinnig für Kapstadt und Südafrika. Wenn ich von Design aus Südafrika spreche, denken noch die meisten ‚Aha, so Holzgiraffen und so?‘. Nee, eben nicht, denn in den letzten Jahren ist der Süden in vieler Hinsicht ordentlich aufgeblüht und die Kreativen der zwei Hauptstädte sorgen auch international für Furore. Dieses Jahr liegt mir sehr am Herzen, denn wie ihr im District Six Store bereits sehen könnt, hat Kapstadt weit mehr zu bieten als eine gute Lage und ich bin sehr gespannt, was dieses Jahr alles dort passiert und was es langfristig für Auswirkungen haben wird. Jetzt aber mal zu den Fakten.

Was ist da überhaupt los?

Das World Design Capital Programme ist eine Initiative des International Council of Societies of Industrial Design (Icsid), um Design als Werkzeug für soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu etablieren. Südafrikanische Design-Aktivisten gaben den Anstoß für das Design-Jahr in Kapstadt. Das Programm wird von der Organisation Cape Town Partnership (CTP) zusammen mit der Stadt Kapstadt organisiert und von einem speziellen Komitee unterstützt. Das Thema Live Design. Transform Life. war das überzeugende Argument. Design als solches kann und soll wirtschaftliche und soziale Veränderung für Südafrika bewirken. Vom alltäglichen Leben an Schulen und im eigenen Heim, über Geschäft, Nachbarschaft, Bildung von Communitys bis zur Stadtentwicklung und Auswirkungen für das gesamte Land. Design kann etwas verändern.

Menschen sollen zusammengebracht werden, um neue Dinge zu kreieren, neue Gespräche zu beginnen und somit neue Möglichkeiten zu erschaffen. Es geht um die Weiterführung der Entwicklung der letzten Jahre, aber auch darum, neue Anstöße durch nationales und internationales Know-how zu generieren.

Das Programm

Das Programm ist im Wesentlichen in vier Themenbereiche unterteilt, die sich aus den verschiedenen Disziplinen Produkt-Design, Visuelle Kommunikation, Räumliche Gestaltung, Service-Design und Systemgestaltung zusammensetzen. Etwa 450 Programmpunkte und Projekte sind über das Jahr auf Kapstadt verteilt. Darunter sind Onlineshops und Läden, Festivals, Workshops, Ausstellungen, Lernprogramme und Talks in Schulen und Universitäten und vieles mehr. Eine kleine Zusammenfassung der Themen und ihrer Inhalte:

African Innovation. Global Conversation

  • innovative, designorientierte Projekte, Politik, Produkte oder Events, die ihren Ursprung in Afrika haben und globale Relevanz besitzen
  • einzigartige Lösungen von einem einzigartigen Kontinent
  • Ideen aus Afrika, die über den Kontinent hinweg Auswirkungen haben

Bridging The Devide

  • Projekte, die Design verwenden, um eine Brücke über die historische Kluft zwischen den Gemeinden, zwischen erster und dritter Welt, Nord und Süd, Stadt und Gemeinde und Benachteiligten zu bauen
  • Projekte, die Design als Werkzeug für die Versöhnung nutzen
  • Erinnerungsprojekte
  • Kreative, branchenübergreifende Partnerschaften
  • Verbundprojekte, die High und Low-Tech-, Massen- und Kleinproduktion, Handwerk und Technologie, Denker und Macher verbinden
  • Städtische Erneuerungsprojekte

Today for Tomorrow

  • Projekte zur Förderung von Nachhaltigkeit
  • Projekte, die sich auf Weiterentwicklung, Weitergabe von Wissen und Unternehmertum konzentrieren
  • Bildungsprojekte und Initiativen zur Arbeitsplatzbeschaffung
  • Projekte zum Erhalt des kulturellen Erbes

Beautiful Spaces. Beautiful Things

  • Schöne Dinge aus Afrika
  • Originelle Architektur, inspirierende Inneneinrichtung, Landschaftsgestaltung, Essen, Möbel, Mode, Schmuck, Handwerkskunst, Kunst, Publikationen und Magazine, Illustration, Film, Fotografie; kurz gesagt: Kreativität und Design

Die Chance

Südafrikanisches Design ist die Verschmelzung von afrikanischer Kultur und Jahrhunderte alten Handwerksmethoden mit westlichem Wissen und der Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Der Mix aus verschiedenen Ethnien, das kulturelle Erbe und das wachsende Selbstbewußtsein unter den Kreativen bietet großes Potenzial, mit Design etwas nachhaltig zu verändern. Südafrika hat bereits seine ganz eigene Designsprache entwickelt.

Es gibt dennoch viele Baustellen: der Bau von Schulen, Ausbau von Bildung, die für alle zugänglich ist, fehlende Arbeitsplätze. Die Schaffung von öffentlichen Plätzen und Wegen, die Verkleinerung der großen Lücke zwischen Arm und Reich. Kapstadt ist voll. Voll von Diversität, unterschiedlichen Kulturen, Touristen, Armen, Vertriebenen, Einwanderern. Voll von Streetart, neuen Vierteln und Gebäuden, Kunst und Kultur, aber auch fehlenden Ressourcen. Vielleicht ist es genau das, was Kapstadt so interessant macht für diesen Titel. Die wunderbare Fähigkeit, aus wenig viel zu machen.

Contemporary Cape Town is a tale of two cities: one a postcard narrative of wild beauty and sophisticated cosmopolitanism, the other a story of poverty and urban degradation. What connects the two realities are its four million inhabitants, who share the same hopes, depend on the same resources and whose future prospects are inseparable.

In the past we were divided by design – by the social engineering of the apartheid era. It is by design, and a reshaping of the cityscape, that a safer, more efficient and inclusive home for all our residents is being forged. – WDC

Mit dem Titel als World Design Capital hat Kapstadt die Chance bekommen, sein Potential der Welt zu zeigen und auszubauen. Nicht nur allein der erwartete Besuchersturm und das internationale Interesse werden vor allem für die kreative Szene Aufwind bedeuten. Aber profitieren auch die Menschen in den Townships, die Menschen außerhalb der Metropolen? Wird das Jahr auch langfristig und nachhaltig Veränderungen bringen?

Vielleicht geht es nicht immer gleich um ein direktes Ergebnis. Exakt 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid und dem Beginn der Demokratie ist dieses Jahr immerhin ein weiterer Meilenstein in der Geschichte Südafrikas, denn kaum ein Land hat es in – historisch gesehen – so kurzer Zeit geschafft einen so großen Weg zurückzulegen. Man denke kurz an den Fall der Mauer vor zwanzig Jahren, dessen Auswirkungen in Deutschland ebenso noch heute zu spüren sind. Nicht zuletzt aber wurde die Zusammenführung der Gesellschaft in beiden Ländern von den Kreativen, Weltoffenen, den Denkern und Machern geebnet.

Südafrika steht momentan für guten Wein und eine atemberaubende Natur. Bald wird es auch für innovative Produkte und Lösungen stehen und vielleicht als ein weltweites Beispiel für sozialen Wandel durch Design herangezogen werden.

Ein paar persönliche Gedanken

Als ich das erste mal nach Kapstadt reiste, war ich hin- und hergerissen. Ich hatte ständig das Gefühl, ich sei mehr in Kalifornien gelandet als auf dem afrikanischen Kontinent. Ich fand das Gefühl befremdlich, nachts nicht einfach durch Kapstadt laufen zu können, tagsüber mehr im Auto zu sitzen als zu laufen, mich nicht einfach auf ein Fahrrad schwingen zu können, um durch die Stadt zu fahren. Vielleicht lag es daran, dass ich mich zu dem Zeitpunkt ausschließlich in den weißen Gated Communitys aufgehalten und als Bummeltour durch Kapstadt nur die üblichen Highlights gesehen hatte. Der zweite Besuch war schon mehr Afrika, beim dritten Besuch war ich verliebt.

Weil ich in der Loop Street mit einer bunten Mischung Südafrikanern tanzen war, weil ich eine stundenlange herzerwärmende Tour mit einer ehemaligen District Six-Bewohnerin durch das Viertel und das gleichnamige Museum hatte, weil ich in Woodstock ein paar Schwarzen zusah, wie sie alte Möbel restaurierten. Weil ich Craft Beer mit lauter Studenten trinken war, weil uns alle möglichen Leute so unfassbar herzlich begegneten (mit Kind hat man hier sehr viel Freude). Weil ich in der Old Bisquit Mill und der Woodstock Foundry auf so schöne Produkte gestoßen bin, die nicht nur für die Touristen gemacht werden, sondern vor allem für die Locals. Weil ich auf dem Treasury Market den leckersten Erdbeer-Roastbeef-Salat meines Lebens gegessen habe und weil das Land einen wirklich umhauen kann, wenn man sich darauf einlässt, es auch mal außerhalb der Touristenpfade zu erkunden.

Das World Design Capital Jahr ist ganz klar ein großes PR-Programm für Stadt und Region. Genauso wie es die Expo oder die Europäische Kulturhauptstadt darstellen. Es ist nur bei weitem nicht so bekannt. Wenn man sieht, wie sorgfältig man sich in Kapstadt auf dieses Jahr vorbereitet hat, könnte sich das schnell ändern. Wer sich für Kunst, Gestaltung und Geschichte interessiert, wer ein spannendes Land erleben möchte, das vor großen Herausforderungen steht, Herausforderungen, die die kreative Klasse der Regenbogennation beherzt angeht, dem empfehle ich wärmstens den diesjährigen Urlaub ans Kap zu verlegen.

Alle Infos zu Kapstadt als World Design Capital gibt es hier:
www.wdccapetown2014.com

Alle Projekte im Überblick findet ihr hier

Die Ausschreibung:
World Design Capital Bid Story

Hier ein Video mit Stimmen vieler Kreativer aus Südafrika:
What it means for Cape Town to be World Design Capital

Wow, this year started with a big bang. And that ‚bang‘ is: Cape Town is World Design Capital 2014! What I knew for a long time (hehe) is now official and I must say, I’m so happy for Cape Town and South Africa. When I talk about design from South Africa, people are like „Oh, wooden giraffes and stuff like that?“. Nope, the South has been blooming over the last couple of years and the creatives from the capital and the mother city of South Africa are taking the world by storm with their modern and and the same time very rooted ideas. Therefore this year is close to my heart. As you can see in my shop, Cape Town has so much more to offer than a nice view from Table Mountain and I’m very excited, what will be on the timetables this year and what impact this WDC thing will have on the city in the long run. But now some facts.

What’s going on there?

The World Design Capital (WDC) is a programme of the International Council of Societies of Industrial Design (Icsid) to establish design thinking as a tool for social, cultural and economic development. It was initiated by a group of design ‘activists’ and led by the Cape Town Partnership (CTP) acting on behalf of the City of Cape Town and supported by a Bid Steering Committee. The motto of this year’s World Design Captial is „Live Design. Transform life“. Cape Town aims to demonstrate what a role design can play in the social and economic transformation of the city. From daily life on schools or at home, to business, neighbourhood, communitys and changes for the city and the whole country. Design can revolutionize life.

People will come together in the Western Cape’s capital to develop new things, start talks and create new opportunities. It’s about continuing the existing strong design movement from the last years, but also about getting new impulses through national and international know-how.

The programme

The programme is basically based on four different themes from disziplines like product design, visual communication, spatial, service and system design. Around 450 events and projects can be found in Cape Town throughout the year. Among them are online shops, festivals, work shops, exhibitions, lectures and talks at schools and universities and many more. Here you can see a short summary of topics and content:

African Innovation. Global Conversation

  • Any innovative, design-led project, policy, product or event that originated in Africa and that has global relevance
  • Unique solutions from a unique continent
  • African ideas that have been exported beyond the continent

Bridging The Devide

  • Projects that use design to bridge the historical divide between communities, across borders, between first and third worlds, north and south, town and township, advantaged and disadvantaged
  • Projects that use design as a tool for reconciliation
  • Memory projects
  • Creative cross-sector partnerships
  • Collaborative projects that connect high and low tech, mass and bespoke, artisanal and technological, thinkers and makers
  • Urban and peri-urban renewal projects

Today for Tomorrow

  • Green, brown and blue sustainability projects.
  • Projects that focus on human development, skills training and entrepreneurship.
  • Education and job creation initiatives.
  • Legacy projects.

Beautiful Spaces. Beautiful Things

  • All the beautiful things from a beautiful continent.
  • Inspiring and original architecture, interiors, landscaping, food, furniture, fashion, jewellery, craft, art, publications, illustration, film, photography and creativity.
  • Beautiful items that are sold commercially.

The chance

South African design is fusing african culture and centuries-old craftmansship with Western knowledge. It’s about open minded people trying new ways. The mixture of different ethnic groups, the cultural heritage and the ever growing confidence South African creatives demonstrate that design hast the potential to really make an impact in this country. As South Africa has already developed a distinctive design language.

But there are still many things to do: build new schools, create more educational opportunities for all people living in South Africa, battle the big unemployment numbers. Creating open spaces, bridging the gap between poor and rich people and many other things. Cape Town is full. Full of diversity, different cultures, tourists, poor and rich people, immigrants and displaced persons. Full of street art, new neighboorhoods and building, art and culture, but also missing ressources. Maybe this is what makes Cape Town so interesting as World Design Capital. The wonderful ability to make a lot out of a little.

Contemporary Cape Town is a tale of two cities: one a postcard narrative of wild beauty and sophisticated cosmopolitanism, the other a story of poverty and urban degradation. What connects the two realities are its four million inhabitants, who share the same hopes, depend on the same resources and whose future prospects are inseparable.

In the past we were divided by design – by the social engineering of the apartheid era. It is by design, and a reshaping of the cityscape, that a safer, more efficient and inclusive home for all our residents is being forged. – WDC

By being appointed World Design Capital, Cape Town was given the chance to show it’s potential to the world. Visitors coming from abroad in big numbers and the international media focus will mean a welcome boost for the creatives living there. But will the people in the townships and the people living outside the city see any benefit? Will this design year bring sustainable long-term improvements for  the living conditions?

Maybe it’s not always about having a direct result. Precisely 20 years after the end of Apartheid and the start of democracy this year will at least mean a new milestone in the history of South Africa. Not many countries have managed to progress in such a short time. If you think of the wall in Germany it’s consequences are still felt to this day. Uniting society in Germany after 40 years of division was largely accomplished by the creatives, the open minded and innovative people.

South Africa is currently known for excellent wine and a stunning wild life. But very soon it will also be known soon as a country of innovative products and solutions and maybe as a country that managed social changes through the power of design.

Some personal thoughts

When I came to Cape Town for the first time I was torn. I constantly had the feeling of being in California instead of visiting Africa. I needed time to get accustomed to the concept of gated communities and the fact I couldn’t simply walk in the streets of Cape Town at night. And that I needed a car to get around. It might well be that I had this impressions as I did the main attractions in year one. My second visit was already much more Africa and after my third visit I was in love.

Because I was dancing with South Africans in Loop Street. Because I had a heart-breaking and also heart-warming tour through District Six and the District Six Museum led by a former inhabitant. I was in love because I saw black craftsmen in Woodstock refurbishing old furniture. Because I was drinking craft beer with students and because we were treated so nice by all sorts of different people (and yes, it’s a lot of fun travelling with a kid in South Africa).

I was in love because I discovered so many beautiful products in the Old Bisquit Mill and the Woodstock Foundry that weren’t made for tourists but for locals. Because I had the most amazing strawberry roastbeef salad of my life at the Treasury Market. And because this country can really blow your mind if you let it in and if you start exploring it outside the tourist routes.

The World Design Capital year clearly is a big pr program for the city and the region. You might compare it to the Expo or the European Capital of Culture. But it’s not as known as these. If you look at how meticolous Cape Town has preparing herself for this year this might well change soon. If you are a person who is interested in art, design and history, if you would like to experience a fascinating country facing big challenges, challenges the creative class is already tackling with courage, you should spend your yearly vacation in the Western Cape.

All information regarding the World Design Capital 2014:
www.wdccapetown2014.com

All projects are listed here

The bid story:
World Design Capital Bid Story

A nice video with some creatives about Cape Town and the WDC:
What it means for Cape Town to be World Design Capital

 

 

 

 

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